Seit 2020 steckt Deutschland in einer wirtschaftlichen Dauerkrise – die Kosten belaufen sich laut einer Studie des Institut der deutschen Wirtschaft (IW) auf fast 735 Mrd. EUR. Damit sind die Verluste höher als in früheren Krisen, wie der Finanzkrise 2008/09 oder der Strukturkrise 2001–2004. Die Wirtschaft stagniert, Investitionen stocken, und unser Produktionspotenzial sinkt. Doch was steckt dahinter und welches Fazit kann man für sich als Anleger ziehen?
1. Wirtschaftliche Entwicklung seit 2020
Deutschland kommt wirtschaftlich nicht über das Niveau von 2019 hinaus. Unternehmen investieren weniger, vordergründig aufgrund der Unsicherheiten durch den Ukraine-Krieg und hohen Energiepreisen. Besonders alarmierend: Die europäischen Gaspreise sind fünfmal so hoch wie in den USA – früher war es nur das Doppelte.
2. Steigende Schulden und neue Milliardenpakete
Union und SPD haben sich auf ein neues Sondervermögen von 500 Mrd. EUR (über 10 Jahre) für Infrastruktur geeinigt, finanziert über neue Schulden. Gleichzeitig werden Verteidigungsausgaben über 1 % des BIP von der Schuldenbremse ausgenommen. Das bedeutet unlimitierte Ausgaben.
3. Doch hat Deutschland wirklich ein Einnahmeproblem, sodass wir ständig hunderte Milliarden neue Schulden aufnehmen müssen?
2024 sind die Steuereinnahmen um 3,8 % auf 861 Mrd. EUR gestiegen. Das Problem liegt also nicht bei den Einnahmen, sondern bei den Ausgaben – hauptsächlich für nicht investive Zwecke – also staatliche Ausgaben, die keinen langfristigen wirtschaftlichen oder materiellen Wert schaffen, wie Verwaltungskosten, Subventionen oder eben Militärausgaben.
4. Wo bleibt die Zukunftsperspektive?
Während China in 57 von 64 wichtigen Wissenschaftsfeldern führend ist, hinkt Europa hinterher. Deutschland verliert seine Innovationskraft. Eine nachhaltige Wirtschaftspolitik müsste in günstige Energie, Bürokratieabbau und gezielte Investitionen setzen – doch der Fokus liegt derzeit auf neuen Schulden.
Fazit: Risiken und Chancen für Anleger
Die wirtschaftliche Unsicherheit bleibt hoch. Für Anleger bedeutet das:
✅ Breit gestreute Investitionen weit über den Horizont von Deutschland hinaus sind wichtiger denn je.
✅ Inflationsschutz durch Substanz- und Sachwerte wie gesunde Aktien, Immobilien (am besten die eigene) und ausgewählte Rohstoffe.
✅ Flexible Anlagestrategien statt starrer Pläne.
Deutschland steht an einem wirtschaftlichen Scheideweg. Die kommenden Jahre werden entscheiden, ob wir den Anschluss halten – oder weiter abrutschen. Ob ausgerechnet Union und SPD, die diese Probleme über Jahrzehnte mitverursacht haben, nun die Lösung sein können, ist fraglich. Im Prinzip fragen wir hier die Frösche, wie man den Teich austrocknet.
Bürokratie, Verwaltung sowie eine Flut unnützer Gesetze und Regelungen sind die größten Hemmschuhe. Statt pragmatischer Lösungen dominiert Ideologie. Neue Schulden und hunderte Milliarden für die Rüstungsindustrie mögen die Aktionäre bereichern, doch sie führen zur Korruption, höheren Steuern, steigenden Abgaben in den Gemeinden, einer wachsenden Zinsbelastung für kommende Generationen und fehlenden Mitteln für soziale Bereiche, die unsere Gesellschaft zusammenhalten – etwa Bildung, Pflege, Rente und die gesetzliche Krankenversicherung.
Wenn die Wirtschaft weiter schrumpft, wird es am Ende niemanden mehr geben, der die Steuern bezahlt. Ein Auto ohne Antrieb kann schließlich nur noch bergab rollen.
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Statistisches Bundesamt | Laufend aktualisiert | https://www-genesis.destatis.de/datenbank/online/url/63e76859
Statista | 2025 | https://de.statista.com/statistik/daten/studie/183064/umfrage/militaerausgaben-von-deutschland/
Deutscher Bundestag | 2024 | https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw05-de-verteidigung-977670
ft.com | 12.02.025 | https://www.ft.com/content/93d44b5a-a087-4059-9891-f18c77efca4b
BMVG | 12.09.2024 | https://www.bmvg.de/de/themen/verteidigungshaushalt
Frankfurter Allgemeine | 11.02.2025 | https://www.fr.de/wirtschaft/trump-und-die-nato-was-wuerden-fuenf-prozent-fuer-ruestung-fuer-deutschland-bedeuten-zr-93566732.html
Europäischer Rat | 28.02.2025 | https://www.consilium.europa.eu/de/policies/defence-numbers/
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