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Goldpreis kratzt an 3.000-Dollar-Marke

ML • 5. März 2025

Noch bis vor gut einem Jahr war der Goldkurs allenfalls für kurze Zeit mal über 2.000 US-Dollar pro Feinunze geklettert. Seitdem hat er eine atemberaubende Rally hingelegt: Ende Februar stieg er zeitweise auf über 2.950 Dollar. Auf Jahressicht verzeichnen Goldanleger (in EUR) ein Plus von rund 43 Prozent – mehr also als die ordentlich performenden Börsen geliefert haben (Beispiel DAX: knapp 30 Prozent). 


Wie beim Boom der Kryptowährungen hat auch der neue US-Präsident daran großen Anteil. Insbesondere seit seiner Amtseinführung strebt der Goldpreis nach oben, was von Marktbeobachtern auf die wachsende handels- und wirtschaftspolitische Unsicherheit zurückgeführt wird. Das Edelmetall hat einen Ruf als „sicherer Hafen“ in stürmischen Zeiten. 


Verbraucherschützer warnen allerdings davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen, denn auch der Goldpreis kann potenziell abstürzen. Ein weiterer wichtiger Preistreiber sind die Zukäufe der Notenbanken. So hat kürzlich etwa die chinesische Zentralbank ihre Goldreserven aufgestockt. 


Doch auch ein zweites Phänomen ist spürbar: Immer mehr Anleger misstrauen dem Versprechen börsennotierter Gold-Wertpapiere mit physischer Hinterlegung sowie auch Goldsparplänen und lassen sich das Gold nach Hause liefern. Was man hat, das hat man. Gold ist eine Notfallwährung – und die sollte man natürlich physisch verfügbar haben. Nicht umsonst wollte Donald Trump die Goldreserven der USA in Augenschein nehmen. 


Zudem gibt es deutlich mehr „Papiergold“ als physisches Gold. Das liegt daran, dass viele Finanzprodukte wie ETFs, Futures und Zertifikate auf Gold basieren, ohne dass das gesamte gehandelte Volumen durch physisches Gold gedeckt ist. 


1. Derivative Finanzprodukte:

 Gold-Futures an Börsen wie der COMEX sind oft nur teilweise mit echtem Gold hinterlegt. Häufig übersteigt das gehandelte Volumen die real existierende Menge um ein Vielfaches. Marktteilnehmer spekulieren meist auf Preisentwicklungen, ohne die physische Lieferung zu verlangen.


2. Gold-ETFs und Zertifikate: 

Einige ETFs sind nicht zu 100 % mit physischem Gold abgesichert, sondern stützen sich auf Forderungen oder Leihgeschäfte. Banken und institutionelle Anleger nutzen „Unallocated Gold Accounts“, die kein spezifisches Goldstück zuweisen.


3. Hebeleffekte und Short-Positionen:

Banken verleihen physisches Gold oder setzen es als Sicherheit für weitere Geschäfte ein. Dadurch kann das Handelsvolumen ein Vielfaches der tatsächlich existierenden Goldmenge erreichen.


Einige Experten gehen davon aus, dass auf jede physische Goldunze 100 bis 200 Unzen „Papiergold“ existieren. Die Gesamtmenge an physischem Gold wird auf rund 208.000 Tonnen geschätzt (Stand 2023, World Gold Council). Das Volumen der Goldderivate kann jedoch um ein Vielfaches höher sein. In Krisenzeiten könnte die physische Lieferung schwierig oder stark verzögert sein. Falls viele Anleger gleichzeitig ihr Papiergold in physisches Gold tauschen möchten, könnte es zu Engpässen kommen.


Fazit:  Der Goldpreis entsteht nicht durch Angebot und Nachfrage an der Börse, sondern wird stark durch andere Parameter und Papiergold beeinflusst. Für manche Anleger ist es nur eine theoretische Sicherheit.


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Wikipedia | 05.03.2025 | https://de.wikipedia.org/wiki/Goldreserve

Das Investment | 01.02.2023 | https://www.dasinvestment.com/grafik-des-tages-so-viel-geld-gibt-es-auf-der-welt/

Xetra.com | 02.07.2024 | https://www.xetra.com/xetra-de/newsroom/pressemitteilungen/liste-pressemitteilungen/Bestand-von-Xetra-Gold-sinkt-auf-176-Tonnen--4018640

Welt | 09.09.2024 | https://www.welt.de/wirtschaft/plus253277046/Gold-Boom-Der-ploetzliche-Run-auf-Schliessfaecher-fuer-Edelmetalle.html

focus online | 24.09.2020 | https://www.focus.de/finanzen/boerse/gold/naiver-glaube-an-sicherheit-gold-abzocke-wie-haendler-anleger-um-ihr-geld-bringen-und-wie-sie-sich-schuetzen_id_12467245.html


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