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„3 Prozent aufs Girokonto“ – ein irreführendes Versprechen?

ML • 5. März 2025

Für Aufsehen sorgte kürzlich ein Werbeversprechen des Neobrokers Trade Republic: Das Kreditinstitut wolle 3 Prozent Zinsen auf Guthaben auf Girokonten zahlen – ohne Limit und durch die Einlagensicherung geschützt. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hält dieses Versprechen jedoch für übertrieben. 


Tatsächlich sind die 3 Prozent nicht garantiert – ein Detail, das in der Werbung nicht deutlich wurde. Vielmehr orientiert sich die Verzinsung am EZB-Leitzins und wurde daher kürzlich auf 2,75 Prozent abgesenkt. Zudem sind die Gelder nicht vollständig durch die Einlagensicherung abgedeckt, sondern werden teilweise in Liquiditätsfonds investiert. „Trade Republic täuscht mit der Werbung und den Aussagen zur Einlagensicherung eine Sicherheit vor, die so nicht gegeben ist“, resümiert der Verbraucherschützer und Finanzexperte Niels Nauhauser. „Bei Turbulenzen an den Finanzmärkten mit Zahlungsausfällen kann das dazu führen, dass Anlegerinnen und Anleger einen Teil ihres Vermögens verlieren.“ 


Nachdem das Geldhaus nicht auf eine Abmahnung reagiert hatte, reichte die Verbraucherzentrale vor dem Landgericht Berlin II Klage ein. 


Es ist nicht das erste Mal, dass Trade Republic in den Fokus der Verbraucherschützer gerät. „Handel für null Euro“ – ein Werbeversprechen, das Fragen aufwirft. Es dürfte jedem klar sein, dass eine Firma, die Büroräume unterhält, Personal beschäftigt und Sozialversicherungsbeiträge zahlt, Einnahmen generieren muss. Wenn ich beim Wertpapierkauf einen höheren Preis bezahle als den, der am Markt verlangt wird, habe ich zwar keine direkten Gebühren gezahlt, aber eben auch keinen Vorteil. 


Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) untersuchte die Ausführungskurse und kam zu einem „differenzierten“ Ergebnis. In einem Blog-Beitrag, der bei der zivilgesellschaftlichen Bürgerbewegung Finanzwende Recherche erschienen ist, wird der „provisionsfreie Wertpapierhandel“ als Etikettenschwindel kritisiert. 


Was dennoch sinnvoll ist, ist der Blick auf die sogenannten Geldmarktfonds. Diese bündeln im Prinzip Tagesgelder, die es bei Banken gibt. In meinem persönlichen Depot kann ich neben meinen mittel- und langfristigen Anlagen auch meinen Notgroschen und mein Tagesgeld verwahren. Die Zinsen richten sich nach dem Kapitalmarkt und sind natürlich nicht garantiert. 


Auf der anderen Seite muss man nicht alle paar Monate ein neues Konto eröffnen, um von einem Neukundenangebot zu profitieren. Und man muss das Geld nicht im europäischen Ausland anlegen, wo es zwar scheinbar höhere Zinsen gibt, aber kein Freistellungsauftrag möglich ist. Das führt dazu, dass man sich selbst um die steuerliche Erklärung kümmern und die Abgaben nachträglich an den Fiskus abführen muss. 

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